Mein Mann und ich fahren seit Beginn unserer Ehe jedes Jahr mit dem Wohnmobil weg. Mindestens drei Mal im Jahr in der Vergangenheit, wenn die Kinder noch klein waren und sie Ferien hatten. Wir sind in ganz Europa unterwegs gewesen und haben so gemeinsam sehr viel erlebt. Ich war damals Hausfrau und mein Mann hat immer zugesehen, dass er auch mindestens drei Wochen am Stück frei bekam, somit hatten wir eine schöne Zeit, die nicht immer zu kurz war, um weiter weg zu fahren. Wir waren von Portugal bis Norwegen und Griechenland überall. Ich denke, dass kann auch nicht jeder von sich behaupten. Seit mein Mann und ich nun beide in Rente sind und so langsam aber sicher auf die siebzig zugehen, sind unsere Touren mit dem Wohnmobil etwas kürzer geworden, aber wir fahren weiterhin. Meist halten wir uns innerhalb Deutschlands auf und das reicht uns auch. Ab und an geht es noch mal nach Österreich oder in die Niederlanden. Denn die See und die Berge brauchen wir regelmäßig. Und so lange wir das noch gesundheitlich schaffen, wollen wir weiter unterwegs sein und aktiv bleiben. Unsere Fahrräder sind immer dabei.

Anstieg der Wirtschaft und Anstieg der Auflieger 

Ich beobachte große Veränderungen auf den Autobahnen. Es ist deutlich mehr Verkehr geworden und das Fahrverhalten vieler Fahrer ist aggressiver. Es scheinen auch viel mehr Menschen als früher einen Führerschein und ein Fahrzeug zu besitzen. Die Wirtschaft läuft sehr gut, dass erkennt man an den unzähligen Lkw, die wir auf jeder unserer Fahrten sehen. Man kann sie gar nicht zählen, oftmals einer nach dem anderen. Ewig lange Schlangen die sich hintereinander auf den Autobahnen vorwegs bewegen. 

Der Mensch von heute braucht viel im Alltag 

Ich beobachte die ganzen Auflieger während der Fahrt. In jedem von ihnen ist eine andere Fracht. Und vieles ist für den täglichen Gebrauch der Mehrheit. Damit unsere Supermärkte gefüllt sind. Ich habe großen Respekt vor den vielen Fahrern und der Menge an Artikeln, die hinten in die großen Anhänger reinpassen. All das, muss immer zeitig und am besten ohne größere Komplikationen an Ort und Stelle sein, um den Endverbraucher zu erreichen. Also vor vierzig Jahren, als wir mit unseren Fahrten begannen, war das definitiv noch nicht so. Da gab es natürlich auch schon große Fahrzeuge mit Lasten, aber auf keinen Fall in dem Ausmaß wie heute. Wir sind einfach viel mehr Menschen geworden mit scheinbar weitaus höheren Ansprüchen.